DVB-H
Digital Video Broadcasting - Handhelds (abgekürzt: DVB-H, deutsch: Digitaler Videorundfunk für handgroße Empfangsgeräte) ist ein Rundfunkstandard, mit dem digitale Radio- und Fernsehsendungen auf kleine und/oder mobile Geräte übertragen werden. DVB-H ist in der EU mittlerweile Standard zur digitalen erdgebundenen TV-Übertragung auf Handys und mobile Endgeräte. Experten bezeichnen DVB-H als abgespeckte Variante des digitalen stationären Rundfunkstandards DVB-T, mit dem stationäre Antennenfernseher versorgt werden. Vorteile dieser Technologie: Sie gilt als vergleichsweise energiesparend, der Empfang soll auch in Gebäuden gut sein. Über einen separaten, mit GPRS oder UMTS betriebenen Rückkanal könnten auch interaktive Dienste mit DVB-H angeboten werden. Außerdem kann die Technologie nach Angaben ihrer Betreiber sowohl Frequenzband als auch Einrichtungen bestehender DVB-T-Einrichtungen nutzen. Im März 2008 wies die EU ihre Mitgliedsländer an, DVB-H anderen Rundfunk-Übertragungstechnologien für Handy-Fernsehen vorzuziehen. Wie ein Sprecher der EU erklärte, wollte man damit den Streit um die Einführung einer Norm für die Übertragung von Fernsehen oder Filmen auf Handys und Handhelds beenden. Der Standard sei von den Märkten bereits angenommen worden. Die Einführung dieser Norm wurde unterstützt von Mobilfunk-Herstellern wie Nokia oder Motorola und den Netzanbietern Vodafone, O2 und T-Mobile. Mobilfernsehen via DVB-H wird regulär (also nicht im Feldversuch) derzeit in den Ländern Albanien, Finnland, Indien, Italien, Kenia, Malaysia, Namibia, Nigeria, Philippinen und Vietnam angeboten. Im Jahr 2008 ist die Einführung solcher Angebote geplant für Frankreich, Österreich, die Schweiz, Russland und Indonesien. In Deutschland wird Handy-Fernsehen per DVB-H von der Firma Mobile 3.0 vorangetrieben. An diesem Konsortium sind - über Firmenbeteiligungen - die Verlagskonzerne Burda und Holtzbrinck und die südafrikanische Mediengruppe Naspers beteiligt. Mobile 3.0 erhielt im Januar 2008 von den Landesmedienanstalten die Genehmigung für den Aufbau von mobilem TV per DVB-H in Deutschland. Zunächst wird es in fünf großen deutschen Ballungsräumen dieses Handy-TV geben. Ende 2008 soll der neue Service dann mindestens in den 16 Landeshauptstädten erhältlich sein. Nach den Vorstellungen der Planer ist das erst der Anfang: Bis 2015 will man rund 90 Prozent der Deutschen erreichen. Für den neuen Handy-Service sind Preise zwischen fünf und zehn Euro im Monat im Gespräch.